Psychosomatik: wenn Körperliches und Psychisches nicht voneinander getrennt werden können

Д-р Маргарита Тарейн

Die Psychosomatik geht nicht davon aus, dass das körperliche Symptom „erfunden“ ist, noch dass jede Erkrankung eine psychologische Ursache hat. Der moderne wissenschaftliche Ansatz betrachtet Gesundheit und Krankheit im Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren, und die Daten zeigen, dass sich psychische und körperliche Gesundheit gegenseitig beeinflussen und die Lebensqualität, das Funktionsniveau und den Behandlungsverlauf bestimmen können.

Untersuchungen zu persistierenden körperlichen Symptomen zeigen genau diese Komplexität. Neben biologischen Faktoren können Schlaf, psychisches Befinden, Lebensereignisse, zwischenmenschlicher Stress, sozialer Kontext und Gesundheitsverhalten von Bedeutung sein. Die wissenschaftlichen Daten unterstützen nicht die vereinfachte Suche nach einer einzigen „psychologischen Ursache“ für das Symptom.

Der psychosomatische Ansatz stellt daher den Körper der Psyche nicht gegenüber. Er versucht, den Menschen in seiner Ganzheit zu verstehen – wie er die Erkrankung erlebt, welchen Platz das Symptom in seinem Leben einnimmt, wie er auf Stress reagiert, wie seine Beziehungen funktionieren und wie all diese Prozesse mit seinem medizinischen Zustand zusammenwirken. Die moderne psychosomatische Medizin legt gerade deshalb den Schwerpunkt auf die integrierte Beurteilung der biologischen, psychologischen und sozialen Dimensionen des Leidens.

Im Interview spricht Dr. Margarita Tareyn, klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Spezialistin für analytische Psychosomatik, darüber, wie die Verbindung zwischen Körperlichem und Psychischem zu verstehen ist, ohne die Realität der Erkrankung abzuwerten und ohne den Menschen auf sein Symptom zu reduzieren.

Das Gespräch wirft wichtige Fragen auf zum Stellenwert emotionaler Erlebnisse in der medizinischen Versorgung, zur Art und Weise, wie der Körper am psychischen Leben beteiligt ist, sowie zur Rolle der Psychotherapie als Teil der komplexen Versorgung bei verschiedenen somatischen Erkrankungen.

Die Psychosomatik fragt nicht, ob das Symptom „im Körper“ oder „in der Psyche“ liegt. Sie fragt, wie der ganze Mensch funktioniert, der es erlebt.