
Das Institut für Medizinische Psychologie, Psychoonkologie und Psychosomatik entwickelt spezialisierte Fortbildungen für Krankenschwestern und Krankenpfleger, die sich auf die psychologischen, kommunikativen und ethischen Aspekte der Patientenversorgung richten.
Die Krankenschwester bzw. der Krankenpfleger gehört zu den Fachkräften, die die meiste Zeit unmittelbar beim Patienten verbringen. Gerade deshalb erkennt sie oder er häufig als Erste bzw. Erster dessen Angst, Unruhe, Verwirrung, Stimmungsveränderung oder Schwierigkeiten im Umgang mit der Diagnose und der Behandlung. Diese Nähe macht Kommunikationsfähigkeiten und psychologische Unterstützung zu einem wesentlichen Bestandteil qualitativ hochwertiger Pflege.
Die Fortbildungen können Themen umfassen wie die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen, das Erkennen von psychischem Disstress, die Unterstützung bei Angst und Furcht, Psychoonkologie, Psychosomatik, die Betreuung von Menschen mit schweren und chronischen Erkrankungen, die Arbeit mit Patienten in einer Krise, Palliativversorgung, Verlust und Trauer, berufliche Grenzen und medizinische Ethik.
Besondere Aufmerksamkeit widmen wir den schwierigen Situationen im Praxisalltag – dem Umgang mit einem wütenden oder stark ängstlichen Patienten, den Reaktionen nach Erhalt einer schweren Diagnose, den Gesprächen mit Angehörigen, der Betreuung des sterbenden Patienten sowie dem Erkennen der Momente, in denen die Einbeziehung eines Psychologen, Psychiaters oder eines anderen Spezialisten erforderlich ist.
Ein wichtiger Teil der Fortbildungen widmet sich zudem der psychischen Gesundheit der Krankenschwestern und Krankenpfleger selbst. Die anhaltende Konfrontation mit Krankheit, Schmerz, Leid und Verlust bringt eine erhebliche emotionale Belastung mit sich. Deshalb behandeln wir Themen wie berufliches Burnout, emotionale Erschöpfung, berufliche Grenzen, Selbstfürsorge und Wege zur Erhaltung der Resilienz im helfenden Beruf.
Die Fortbildungen werden in Form von Vorträgen, praktischen Seminaren, Kommunikationstrainings, Fallarbeit, Gruppen zum Austausch beruflicher Erfahrungen sowie Programmen durchgeführt, die für konkrete medizinische Teams und Behandlungseinrichtungen entwickelt wurden.
Unser Ziel ist es, dass Krankenschwestern und Krankenpfleger nicht nur über das fachliche Wissen zur Versorgung des Körpers verfügen, sondern auch über die Zuversicht und die Fähigkeiten, dem Menschen zu begegnen, der die Krankheit erlebt.